Warum die FDP-Fraktion dem Bebauungsplan Bornstraße nicht zugestimmt hat

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Die Gemeindevertretung hat den Satzungsbeschluss für einen Bebauungsplangefasst, der auf einem zentral gelegenen Grundstück in Oberrodenbach die Errichtung von vier Einfamilienhäusern beziehungsweise acht Doppelhaushälften ermöglicht. Die Rodenbacher FDP-Fraktion hat diesem Beschluss nicht zugestimmt.

Dabei richtet sich unsere Kritik ausdrücklich nicht gegen die Schaffung von Wohnraum. Im Gegenteil: Wir halten die Entwicklung des Grundstücksgrundsätzlich für sinnvoll und notwendig. Aus unserer Sicht wird jedoch die Chance vertan, an dieser Stelle Wohnraum zu schaffen, der dem tatsächlichen Bedarf in Oberrodenbach besser entspricht.

Wir haben darauf hingewiesen, dass das Baugesetzbuch die Innenentwicklung vor der Ausweisung neuer Bauflächen im Außenbereich bevorzugt und einen sparsamen Umgang mit der begrenzten Ressource Boden fordert.

Nach Auffassung der FDP besteht insbesondere ein hoher Bedarf an barrierefreien und seniorengerechten Wohnungen. Viele ältere Menschenwohnen heute in großen Einfamilienhäusern, die im Alter zunehmend zur Belastung werden. Gleichzeitig möchten sie ihren vertrauten Lebensmittelpunkt in Oberrodenbach nicht aufgeben. Geeignete Wohnungen im Ort könnten ihnen einen Verbleib ermöglichen. Die dadurch freiwerdenden Häuser stünden wiederum jungen Familien zur Verfügung.

Gerade zentrale innerörtliche Flächen sollten daher genutzt werden, um möglichst bedarfsgerechten Wohnraum zu schaffen. Ein Mehrfamilienhaus mit altersgerechten Wohnungen hätte aus unserer Sicht mehr Menschen ein Zuhause bieten können als die nun vorgesehene Bebauung mit Ein- und Doppelhäusern.

Bund und Land diskutieren derzeit intensiv darüber, wie der Wohnungsbaubeschleunigt und erleichtert werden kann. Auch wir sind überzeugt, dass mehr Wohnraum geschaffen werden muss. Als Gemeinde tragen wir jedoch die Verantwortung, genau zu überlegen, welche Art von Wohnraum an welchem Standort den größten Nutzen für unsere Bürgerinnen und Bürger bringt.

Deshalb haben wir dem Satzungsbeschluss nicht zugestimmt. Wir sind weiterhin der Auffassung, dass an diesem Standort ein Wohnungsbauprojekt mit barrierefreien und seniorengerechten Wohnungen die bessere und zukunftsorientiertere Lösung für Oberrodenbach gewesen wäre.