Rodenbacher Wald trotzt dem Klimawandel

FDP Fraktion24. August 2018

Der Gemeindewald Rodenbach braucht Baumarten, die dem fortschreitenden Klimawandel besser standhalten: Haben Sie es nicht auch gemerkt in diesem Sommer? Fast überall in Mitteleuropa gab es neue Hitzerekorde, Hitzewellen und Dürren. Und darunter leiden nicht nur wir selbst, sondern auch die Erträge der Bauern und unsere Wälder. Es gibt zu wenig Wasser, Ernten fallen schlechter aus und der Wald, auch unser Gemeindewald, leidet. Ist das nur ein Zufall oder sind die höheren Temperaturen und ausbleibenden Regenfälle tatsächlich eine Folge des Klimawandels? Und was bedeutet eigentlich Klimawandel und warum gibt es einen solchen?

Die Experten sprechen in diesem Zusammenhang von Extremwetter. Zitieren möchten wir in diesem Zusammenhang Herrn Prof. Dr. Joachim Curtias vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe Universität Frankfurt, der in der Sendung „Alle Wetter“ des Hessischen Rundfunks am 15.08.2018 dieses Phänomen aus Sicht der Klimawissenschaft erklärt hat. Die Ausführungen von Prof. Dr. Curtias haben wir im Folgenden kurz zusammengefasst: Die aktuellen Statistiken zu den Hitzewellen und Dürren haben eine gute Aussagekraft.

Man hat bereits Mechanismen gefunden (die teilweise noch bewiesen werden müssen), die diese Extremwetter erklären können. So sorgt der sogenannte Jet-Stream Wind in 10 km Höhe dafür, dass es zu einer sogenannten stationären Welle kommt, d.h. Hochdruckgebiete halten sich über Wochen sehr stationär und ziehen nicht mehr weiter. Auch bedingt durch andere Effekte, wie z.B. den El Niño Effekt (vereinfachte Erklärung: durch zirkulierende Winde verändern sich auch Meeresströmungen und das Meer erwärmt sich mehr und mehr). So nimmt die Temperatur z.B. in der Arktis zu und dies führt dazu, dass diese Wetterlagen häufiger beobachtet werden.

Die heißen Sommer im Jahr 2003, 2006, 2010 und 2015 sind demnach keine Ausnahmen mehr und auf Basis des zuvor beschriebenen physikalischen Mechanismus erhebt sich dieses Phänomen gerade aus der statistischen Unsicherheit heraus. Da sowohl die Beobachtungen aus der Vergangenheit sowie die Modellierung der Klimaforscher ins Bild passen, handelt es sich nicht mehr um Zufall, sondern um eine tatsächliche Folge des Klimawandels. In den letzten 20 Jahren kam es häufiger zu dieser stationären (stehenden) Welle, d.h. dass sich das einpendelt und ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet länger so bleibt wie es ist. Im Zuge des Klimawandels verschiebt sich das weiter und wir können davon ausgehen, dass wir zukünftig noch häufiger Extremwetterlagen mit Hitzewellen und Dürren haben werden.

Aufgrund dieser Faktenlage sind wir der Meinung, dass wir unseren Gemeindewald besser auf diese Extremwetterlagen vorbereiten sollten. In diesem Zusammenhang schlagen wir vor, ein Experiment zu wagen und andere neue bzw. untypische Baumarten, die dem fortschreitenden Klimawandel besser standhalten werden, in unserem Gemeindewald anzupflanzen.

Möglich wäre da u.a. das Ausbringen von trockenheitstoleranteren Baumarten wie z.B. Elsbeere, Spitzahorn, Roteiche, Schwarzkiefer, große Küstentanne, Douglasie oder Kastanie. Die Auswahl der am besten geeigneten Baumart(en) für den jeweiligen Waldabschnitt (Abteilung), sollte dabei Experten überlassen werden. Auf Basis einer uns vorliegenden Information „der Rodenbacher Wald“ vom 04.05.2018 des Vogel- und Naturschutzverein Rodenbach e.V., besteht der Rodenbacher Wald auf Basis einer Erhebung aus dem Jahr 2013 hauptsächlich aus Kiefern (58 %), Buchen (28 %), Eichen (11%) und Fichten (3 %). Im Rahmen des Forsteinrichtungswerks (Leitlinie für die Waldbewirtschaftung im Planungszeitraum von zehn Jahren) ist neben der sogenannten Naturverjüngung auch die Pflanzung von Eichen und Edelkastanien geplant, um den Edelholzanteil zu erhöhen. Wir sind der Ansicht, dass auch für eine Auswahl der oben genannten trockenheitstoleranteren Baumarten noch genügend Flächen verfügbar sein sollten und das wir mit der Ausbringung dieser Arten unseren Gemeindewald stärken und verbessern können. Ganz nach dem Motto „Natürlich Rodenbach“ und vor allem in Hinblick auf die nächsten Generationen.

Ansprechpartner zu diesem Thema:

Michael Kempf
Fraktionsvorsitzender
Michael.Kempf@FDP-Rodenbach.de